Kapitel 5: Sicherheit und Nebenwirkungen von Allulose
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Die Sicherheit von Allulose wurde weltweit von mehreren Behörden untersucht.
In den Vereinigten Staaten verlieh die Food and Drug Administration (FDA) Allulose im Jahr 2012 den Status „Generally Recognized As Safe“ (GRAS), was bedeutet, dass sie als allgemein sicher für die Verwendung in Lebensmitteln anerkannt wurde.
Diese Einstufung bedeutet, dass Allulose auf der Grundlage der bis dahin vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse unter den angegebenen Verwendungsbedingungen als sicher gilt.
Aufgrund der Entscheidung der FDA gilt Allulose nicht als zugesetzter Zucker, und ihr Kaloriengehalt muss in der Nährwertkennzeichnung mit einem reduzierten Wert (0,4 kcal/g) angegeben werden.
Im Gegensatz dazu ist Allulose in der Europäischen Union derzeit kein zugelassener Lebensmittelzusatzstoff oder Süßungsmittel.
Die EFSA (European Food Safety Authority) hat noch keine offizielle Genehmigung erteilt, daher ist die Verwendung von Allulose in der EU nur möglich, wenn sie eine vorherige Sicherheitsbewertung durchläuft und im Rahmen der Novel-Food-Verordnung zugelassen wird.
Dieser Prozess kann mehrere Jahre in Anspruch nehmen, weshalb Allulose derzeit auf dem europäischen Markt nicht als Lebensmittel vertrieben werden darf.
Sicherheitsstudien und toxikologische Daten
Die Sicherheit von Allulose wird durch zahlreiche Tierversuche und klinische Studien am Menschen untermauert. Diese Untersuchungen bewerteten die Wirkungen von Allulose aus mehreren Gesichtspunkten:
- Toxizität
In Tierversuchen (z. B. an Hunden, Mäusen) führte der Konsum von Allulose über 12 Wochen oder länger zu keiner messbaren toxischen Wirkung oder Organveränderung.
- Humanstudien
Bei einer Dosierung von 5–15 g/Tag traten selbst nach 48 Wochen keine schädlichen Nebenwirkungen beim Menschen auf.
- Blutzucker und Insulin
Allulose erhöht weder den Blutzucker- noch den Insulinspiegel und ist somit auch für Diabetiker geeignet.
- Blutfette und Harnsäure
In klinischen Studien beeinflusste Allulose weder die Blutfettwerte noch den Harnsäurespiegel signifikant, selbst bei höheren Dosierungen.
Um den GRAS-Status zu erlangen, legten die Hersteller detaillierte toxikologische, metabolische, genotoxikologische, zusammensetzungsbezogene und Daten zur menschlichen Verträglichkeit vor.
Basierend auf den bisherigen Daten zeigte Allulose keine krebserzeugende, mutagene oder reproduktionstoxische Wirkung.

Nebenwirkungen
Magen-Darm-Verträglichkeit
Eine der häufigsten, aber meist milden Nebenwirkungen von Allulose ist Magen-Darm-Beschwerden, die vor allem bei Verzehr größerer Mengen auftreten.
Zu diesen Symptomen können gehören:
- Blähungen
- Gasbildung
- Durchfall
- Bauchschmerzen, Krämpfe
- Übelkeit, selten Kopfschmerzen
Die Symptome treten vor allem dann auf, wenn die Einzeldosis oder die gesamte Tagesmenge an Allulose den empfohlenen Wert überschreitet.
Mehrere Untersuchungen bestätigen, dass 0,4 g pro Kilogramm Körpergewicht die empfohlene maximale Einzeldosis darstellen, während die gesamte tägliche Aufnahme 0,9 g pro Kilogramm Körpergewicht nicht überschreiten sollte.
Beispielsweise bedeutet dies für einen 60 kg schweren Erwachsenen ein Maximum von 24 g pro Portion und 54 g pro Tag.
In klinischen Studien traten die Symptome hauptsächlich bei Einzeldosen von über 0,5 g/kg auf, während die meisten Teilnehmer unter 0,4 g/kg beschwerdefrei blieben.
Die Symptome sind in der Regel vorübergehend und klingen bei Reduzierung des Konsums ab.
Individuelle Empfindlichkeit und Vergleich mit anderen Süßungsmitteln
Die Magen-Darm-Verträglichkeit von Allulose ist günstiger als die vieler anderer Zuckeralkohole (z. B. Erythrit, Xylit), die bereits in geringeren Mengen häufiger zu Durchfall oder Blähungen führen.
Die individuelle Empfindlichkeit ist jedoch unterschiedlich, daher wird empfohlen, den Verzehr von Allulose schrittweise zu steigern und dabei auf die Reaktionen des Körpers zu achten.
| Süßungsmittel | Empfohlene max. Einzeldosis | Hauptnebenwirkung | Verträglichkeit |
| Allulose | 0,4 g/kg | Blähungen, Durchfall | Gut |
| Erythrit | 0,3 g/kg | Durchfall, Blähungen | Mittel |
| Xylit | 0,2 g/kg | Durchfall, Blähungen | Schwach |
Besondere Risiken und Warnhinweise
Diabetiker und Insulinbehandlung
Allulose erhöht den Blutzuckerspiegel nicht, kann aber aufgrund des Kohlenhydratgehalts in der gesamten Kohlenhydratmenge auf den Etiketten aufgeführt sein.
Daher sollten insulinpflichtige Diabetiker Rücksprache mit ihrem Arzt halten, um eine übermäßige Insulindosis zu vermeiden, die zu Hypoglykämie führen kann.
Allergische Reaktionen
Selten können Hautausschläge oder schwerwiegendere allergische Reaktionen auftreten. In einem solchen Fall muss der Konsum sofort eingestellt und ein Arzt aufgesucht werden.
Langzeitwirkungen
Obwohl Allulose kurz- und mittelfristig sicher zu sein scheint, gibt es noch wenige Daten über die Auswirkungen bei langfristigem Konsum großer Mengen.
In einigen Tierversuchen wurde bei extremen Dosen eine Zunahme der Leber- und Nierenmasse beobachtet, jedoch ohne funktionelle Veränderungen oder Schäden.
Zahngesundheit
Allulose verursacht keine Karies, da Bakterien in der Mundhöhle sie nicht fermentieren können und somit keine säurehaltigen Stoffe produzieren, die den Zahnschmelz schädigen würden.
Dies ist ein Vorteil gegenüber herkömmlichem Zucker, der maßgeblich zur Entstehung von Karies beiträgt.
Zusammenfassung
Empfohlener Verzehr und praktische Tipps
Auf Basis der derzeit vorliegenden wissenschaftlichen Daten kann Allulose als sicher angesehen werden, wenn der tägliche Konsum 0,9 g pro Kilogramm Körpergewicht nicht überschreitet.
Eine schrittweise Einführung mit kleinen Dosen wird empfohlen, um die individuelle Verträglichkeit einschätzen zu können.
Bei größeren Mengen (vor allem über 0,5 g/kg) können Magen-Darm-Beschwerden auftreten, die jedoch in der Regel vorübergehend sind.
Diabetiker, Personen unter Insulinbehandlung sowie Personen mit bekannten Allergien sollten die Verwendung von Allulose mit einem Arzt besprechen.
Bei langfristigem Konsum großer Mengen sind weitere Studien erforderlich, um die vollständige Sicherheit beurteilen zu können.
Allulose ist somit ein vielversprechendes, gut verträgliches und kalorienarmes Süßungsmittel, das für die meisten Menschen eine sichere Alternative zu Zucker darstellt, sofern es in Maßen verwendet wird.